Heute vor 100 Jahren

von LePenseur
 
 
... wurde in Lyk in Ostpreußen der deutsche Schriftsteller Siegfried Lenz geboren. Zweifellos ein einflußreicher Protagonist der (west-)deutschen Literaturszene seit den 1950er-Jahren, mit einigen Werken in den Kanon der Schullektüre aufgenommen wie Heinrich Böll (im Gegensatz zu diesem aber nicht "nobelitiert", obwohl er es m.E. berechtigter verdient hätte...).
 
Ein Könner zweifellos (auch wenn ihm manche Kritiker vorwarfen, etwas  "altmodisch" zu schreiben, da seine Erzählweise eher an den Autoren des 19. Jahrhunderts geschult war). Und doch gestehe ich offen: trotz mehrerer Versuche, ihn für mich zu "entdecken", bereicherten diese dann eher meine Bibliotheksregale, als mich persönlich. 
 
Mich störte der häufig mitschwingende "pädagogische" Unterton: wenn ich Romane oder Erzählungen lese, will ich vor allem berührt, gepackt, vielleicht sogar ergriffen sein — belehrt hingegen nur selten. Und schon gar nicht auf jene "pädagogische" Art, wie sie etwa sein Roman Deutschstunde exemplarisch vermittelt.
 
Seine masurischen Geschichten  So zärtlich war Suleyken hingegen mochte ich auf Anhieb (und blättere in ihnen noch heute gerne). Und so ersuche ich um Nachsicht seitens jener meiner Leser, die Lenz-Fans sind, daß mein Gedenkartikel (zugegeben: auch wegen der momentanen Wirrungen der Weltpolitik, die zu verfolgen wenig Muße zu geistigeren Dingen läßt) doch etwas lapidar ausgefallen ist. Siegfried Lenz hätte sicher eine eingehendere Würdigung verdient ... und zwar ganz gleich, wie man zu seinen politisch-weltanschaulichen Ansichten steht (etwaige Trolle, die sich um meine libertäre Identität zu sorgen beginnen, brauchen erst gar nicht in die Tastatur zu greifen — derlei Unsinn wird vom Admin einfach gelöscht).
 
Um es aus meiner Sicht auf den Punkt zu bringen: ein bedeutender Schriftsteller wurde vor hundert Jahren geboren, den zu lesen sich lohnt und dessen Name sicherlich noch weitere Jahrzehnte in der deutschen Literatur Geltung haben wird. 
 
Und auf was mehr kann ein Schriftsteller denn schon hoffen, als auf jenes: Exegi monumentum aere perennius ...
 

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