von LePenseur
... also am 22. März 1906, starb zu Helsinki der finnische Komponist Martin Wegelius, der außerdem auch als Musikwissenschaftler (Autor einer Geschichte der abendländischen Musik) für das Musikleben in Finnland wichtige Grundlagen schuf, v.a. als Gründer (1882) des Helsinki Musik-Instituts (heutiger Name: Silbelius Akademie),
... an der Jean Sibelius drei Jahre später zu studieren begann (Martin Wegelius war sein erster Kompositionslehrer.) Zu seinen Schülern – er unterrichtete Musiktheorie und Komposition – zählen außerdem Armas Järnefelt, Erkki Melartin, Toivo Kuula und Selim Palmgren.
... wie Wikipedia in seinem Lexikonartikel vermerkt. Ein Vorgänger, dessen heimatlicher Ruhm von der internationalen Bedeutung seines größten Schülers fast völlig überschattet wurde, der es jedoch nicht verdient, nur als Name und Kurzartikel in einem Musiklexikon ein Schattendasein zu fristen. Immerhin schrieb er klangvolle Werke, die (auch wenn sie, zugegeben, keine himmelstürmende Originalität verraten) mit Können und stilsicherem Geschmack komponiert sind, und durchaus "mir Genuß und Belehrung" angehört werden können, bspw. sein romantisch-virtuoses Rondo quasi Fantasia für Klavier und Orchester (1972), hier gespielt von der Pianistin Margit Rahkonen mit dem Finnischen Radio-Symphonie-Orchester unter Petri Sakari:
Auch die Ouvertüre (1872) zum historischen Drama Daniel Hjort des finnisch-schwedischen Dichters Josef Julius Wecksell (das später von seinem Schüler Selim Palmgren als Oper komponiert wurde) ist durchaus hörenswert und verbindet teils eingängige Melodik mit gediegenem kontrapunktischem Können:
Kein Großmeister der finnischen Musik (das war, unbestreitbar, erst Jean Sibelius), aber doch eine jener meist wenig bedankten Gestalten, ohne die die ihnen nachfolgenden Größeren ihre Bedeutung schwerlich gewonnen hätten.
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