Weißer Sonntag – damals

Das war schon schön. Erst das Katholische mit Beichte und Buße, dann der Gottesdienst mit Goldschnitt-Gesangsbuch und schließlich die Kommunion auf Knien. Erster Gedanke: 
„Schmeckt nach nix”.

Dann das Modische: der Zweireiher mit Einstecktuch, die weißen Kniestrümpfe und die blitzblanken Lackschuhe. Und später zu Hause: eine quadratische Junghans, eine Blechdose Balsen von der Tante aus Sonnborn, ein „Knirps” vom Onkel aus Solingen (nie benutzt) „Das doppelte Lottchen”, Wasserfarben und Pinsel, eine Blockflöte mit Notenheftchen, „Die kleine Nachtmusik" und Freddys „Heimweh" für den Plattenschlucker. Elvis gabs heimlich von der Kohlehändlerin. Sie war schon 17 – und rauchte.

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