von LePenseur
... (also heute vor vierzig Jahren) starb einer der größten, gebildetsten und liebenswürdigsten Kabarettisten Österreichs:
DDr. Peter Wehle
(kleine Anmerkung für Leser aus Deutschland: in Österreich wird bei mehrfachen Doktoraten nur das "D" entsprechend
"vermehrt" und das "r." dahintergesetzt. In Deutschland würde man hingegen "Dr.Dr. Peter Wehle" schreiben)
Seine Biographie bei Wikipedia liest sich (speziell von 1939 bis 1945) aufregend turbulent und zeigt uns den für einen Anwaltssohn, der 1939 zum Dr. jur. promovierte, eher nicht so gewöhnlichen Weg zur Bühne, noch dazu zur "Kleinkunstbühne" des Kabaretts ...
Wer vor zehn, fünfzehn Jahren bei Youtube etwas stöberte, konnte noch eine ganze Menge von Auftritten und Liedern von und mit Peter Wehle finden – heute ist fast nichts mehr davon online, leider ... (und das, was man findet, betrifft oft nicht ihn selbst, sondern seinen Sohn, der ebenfalls die Kabarettlaufbahn eingeschlagen hat. Ohne ihm nahetreten zu wollen ... aber: sein Herr Papa ist mir lieber ...)
Und so bleibt nur ein wahrhaft "unsterblicher" Song aus den frühen 1960er-Jahren, nämlich "Rababzibap", den Wehle, begleitet von Gerhard Bronner, vorträgt:
Dieser Song hat bei mir auch einen gewissen autobiographischen Bezug: meine Eltern waren begeisterte Kabarettbesucher, kauften auch Schallplatten mit den Kabarettsongs und ich erinnere mich, daß wir Kinder gerade bei diesem Song in unbändige Heiterkeit ausbrachen: dieses ganz moderne, geradezu brand-aktuelle Lied soll irgendwann als "altes Wienerlied" empfunden werden? Undenkbar!
Als ich es vor (fünfzehn? zwanzig?) Jahren zufällig wieder hörte, war es – quasi ein Bad in Nostalgie! Ja, das waren noch Zeiten ... und inzwischen selbst schon im Alter eines im Song ironisch so apostrophierten "Lainzer Playboys"*) angelangt, weiß ich , wovon ich rede.
P.S.: einen Song, an dem Peter Wehle mitgewirkt hat, habe ich noch entdeckt – den köstlichen "Cocktail-Bolero", der sich über die damals in Mode kommenden Cocktail-Parties lustig macht ... und über die Wiener "Gesellschaft" (bzw. was sich dafür hielt und hält ...). Viel Vergnügen!
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*) in Lainz, einem Vorort von Wien, befand sich damals das Wiener Altersheim (heute heißt sowas vornehm: "Seniorenheim", und wenn man dafür kräftig zahlen muß: "Seniorenresidenz" ... aber dessen ungeachtet: es ist die letzte Station – vor der allerletzten, von der aus, wie's in Wien so treffend heißt, man "die Radieschen von unten anschaut" ...)
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