Tucker Carlson

von LePenseur
 
 
... spricht Klartext über Donald Trump, die Neocons, die Israel-Lobby, Thomas Massie, die betrogenen MAGA-Wähler, Charlie Kirk (und seine Ermordung) etc.
 
 
Sehenswert. Hörenswert. Nachdenkenswert ...
 
Und nein: von meiner Seite kommt keine hämische Bemerkung, wie man bloß so leichtgläubig sein konnte, denn bis zu einem gewissen – nur durch meinen mir offenbar in die Gene gelegten und meine Berufstätigkeit als Jurist verstärkten Hang zu vorsichtig urteilender Skepsis geminderten – Grad war es ja auch bei mir der Fall. 
 
Und sicherlich war es auch die mir durch seine Auftritte bekannte Persönlichkeitsmerkmale, die Trump öffentlich präsentierte, sein Hang zu Bombast und Angeberei, seine Sprunghaftigkeit, seine offensichtliche Ungeniertheit, sich über Normen des moralischen Anstands hinwegzusetzen, die mich zu einer abwartenden Haltung bewogen. Wie auch meine begründete Befürchtung, daß ein Präsident, der Amerika großmachen will, natürlich nicht die Interessen eines Nicht-Amerikaners berücksichtigen würde, mich in dieser Haltung bestärkte.
 
Dennoch: man kann nach der jahrzehntelangen Frustration der Wähler, die – egal, wen sie gewählt hatten – dann doch immer dieselben Mollusken des Deep State vorgesetzt bekamen (vielleicht nicht an der nach außen sichtbaren Spitze, aber in den Sitzungssälen der Vorbereitungs-Ausschüsse, in denen die Agenda faktisch ausgeheckt wird ...), schon verstehen, warum sie einem (vermeintlichen) Heilsbringer zujubelten. Umso größer ist die Enttäuschung, da inzwischen alle mit einem IQ über Raumtemperatur mitbekommen haben, daß sie eine Mogelpackung gewählt haben.
 
Trump hat freilich den altbekannten Satz von Lincoln, daß man nicht alle Menschen für alle Zeit irreführen könne, nicht bedacht. Und das wird ihn bei den Midterms aller Voraussicht nach die Mehrheit in mindestens einer Kammer des Kongresses kosten, vielleicht sogar in beiden. Womit seine politische Handlungsfähigkeit massiv beeinträchtigt ist. Nicht in den Punkten freilich, in denen die Israel-Lobby, die die Abgeordneten und Senatoren in großter Mehrzahl finanziert und damit kontrolliert, ihre Interessen hat: denn da wird er auf die Unterstützung des Kongresses zählen können.
 
Aber für genau jene Punkte, die seine MAGA-Bewegung eigentlich bewogen hatte, ihn auf den Schild zu heben, also: das Ende der permanenten Kriege und Militäraktionen, die Bekämpfung der allgegenwärtigen Korrumpierung der Politik durch Konzerne, den Bankenfilz und v.a. den Military Industrial Complex und ihre Lobbies,die Verbesserung der Lebensbedingungen für die zunehmend verarmende Mittelklasse etc. – denn an all dem haben die korrumpierenden Hintermänner der Politiker nicht das geringste Interesse und ein machtloser Präsident kann dabei auch nichts bewirken.
 
Tucker Carlson ist eine einflußreiche mediale Stimme: sicher nicht mit der Reichweite der gleichgeschalteten Mainstream-Medien, aber mit Einfluß bei jenen, die nicht nur konformistisch Meinungen übernehmen, sondern sich ihre Meinung selbst bilden wollen. Doch wer seinen LeBon gelesen hat, weiß: es kommt nicht auf die Jasager und Mitläufer an – die kommen früher oder später von selbst. Sondern auf die, die damit beginnen, bei sich selbst einen Meinungswechsel zu vollziehen und dann andere durch ihre Entscheidung beeinflussen. Und zu denen gehört Tucker Carlson ohne Zweifel.
 
Trump wird es noch bedauern, ihn getäuscht und dann noch beflegelt zu haben ...
 

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