Meine Sichtweise auf meine Zeit in Deutschland

von Helmut
 
 
Ich bin damals von Österreich weg, habe in Deutschland meine Studien in Stgt.-Hohenheim beendet und bin in dieselbe Firma, in der ich vorher als Vorarbeiter tätig war, als Baustellenleiter zurückgekehrt.

Ja, ich habe viel gearbeitet, ich hatte ein Festgehalt, aber oft war ich noch nach Mitternacht im Büro bei den Abrechnungen, etc. Was mich an Deutschland als gebürtiger Wiener fasziniert hat, war die Wertschätzung der Leistung. Egal, ob alt oder jung, ob schön oder hässlich, das, was man an Leistung gebracht hat, danach wurde man eingeschätzt und auch bezahlt. Letztlich auch wertgeschätzt.

Der Herr Hofrat oder andere „Küß die Hand, gnä Frau“-Attribute, die zählten hier nicht. Das war meine Welt, das hat mich beeindruckt und meinen Glauben an dieses Land gefestigt. Ich war in der ehrenamtlichen Jugendarbeit tätig, mehr als 20 Jahre lang, war stolz darauf, dass dadurch aufrechte und vor allem kritische Demokraten hervorgegangen sind.

Damals war aber auch eine andere Zeit, was den politischen Ablauf betrifft. Wie ich schon an anderer Stelle dargelegt habe, damals gab es noch einen Kanzler Schmidt, der zwar in einer Partei war, die ich nicht anhimmelte, aber das Tun und Lassen dieses Mannes hat mich beeindruckt.

Das alles ist Schnee von gestern, und wir alle wissen nur zu gut, in welchen Morast der Karren in Deutschland abgeglitten ist. Das Frustierende war für mich, dass die breite Mehrheit diesen Weg zur Hölle, der üblicherweise mit guten Vorsätzen gepflastert ist, durch ihr Schweigen mitgetragen hat. Ich sah längere Zeit da keine Hoffnung mehr aufkeimen, dass sich da etwas zum Guten bessern könnte.

Deshalb war ich auf dem Negativ-Trip und sah nur mehr die Chance darin, dass, wenn alles, was einmal einen Wert dargestellt hat, untergeht, dann irgendwann der Phönix aus der Asche steigt und es einen Neubeginn gibt. Als ich in den 90er Jahren erkennen konnte, dass der Stecken nicht mehr in die richtige Richtung schwimmt, bin ich mit meiner Familie ausgewandert.

Irgendwo habe ich in einem Gedicht der Vertriebenen gelesen, wie ein Lied wieder neue Kraft geben konnte, um in die Zukunft zu gehen. Nun stelle ich fest, dass es offensichtlich neuere Lieder gibt, die Hoffnung geben, mir zumindest. Einige Beispiele davon:

https://www.youtube.com/watch?v=vzKvMP6eYVA
https://www.youtube.com/watch?v=gjqebntTJd0&list=RDgjqebntTJd0&start_radio=1
https://www.youtube.com/watch?v=1T9Wd6kF1QQ&list=RD1T9Wd6kF1QQ&start_radio=1
https://www.youtube.com/watch?v=ip6PbTW1sm0&list=RDip6PbTW1sm0&start_radio=1
https://www.youtube.com/watch?v=J_6SVz6D4oc&list=RDJ_6SVz6D4oc&start_radio=1
https://www.youtube.com/watch?v=U0xYuIzGkNY&list=RDU0xYuIzGkNY&start_radio=1
https://www.youtube.com/watch?v=0T59yb12UWo&list=RD0T59yb12UWo&start_radio=1

und noch viele andere. Lieder haben eine unsagbare Kraft. Mit Liedern kann man die Welt verändern, auch politische Systeme stürzen. Soll das alles Anlass zum Aufbruch geben? Es wäre wünschenswert.

Es sind Lieder, die nicht mit irgendwelchen Attributen vor 90 Jahren zu versehen sind, sondern es sind rein patriotische Lieder. Man hat versucht, den Patriotismus kaputt zu machen, - aber offensichtlich ist es nicht gelungen. Aber dieser Patriotismus trägt uns, und er gibt auch Kraft.

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