Larry Johnson : Russia's Naval Blockade of Odessa & Ukraine's Attack on Iranian Ship

von kennerderlage
 
 
Der ehemalige CIA-Analyst Larry Johnson bespricht mit Prof. Glenn Diesen die aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Konflikt:
 
 
Ein Kommentarposter fasst unter dem Video Larry Johnsons Kernaussagen kurz zusammen (hier durch Google-Translate auf Deutsch):

1. Russland geht mit voller Härte vor. Russland betrachtet den Konflikt nicht länger als „Militäroperation“, sondern als ausgewachsenen Krieg mit Europa. Nach Warnungen russischer Offizieller hat Russland die Angriffe auf Kiew, Odessa und andere Städte drastisch verstärkt. Russland agiert nun ohne Zurückhaltung und greift Infrastruktur und ausländische Schiffe an, die ukrainische Häfen anlaufen. 

2. Odessa ist praktisch lahmgelegt. Der Hafen von Odessa ist für den Schiffsverkehr geschlossen; Russland zerstört jedes Schiff, das sich ihm nähert, unabhängig von seiner Flagge. Große Reedereien (z. B. Maersk) haben sich vollständig zurückgezogen. Die Ukraine verliert wichtige Import- und Exporteinnahmen, was ihre Wirtschaft schwer schädigt. 

3. Angriffe der Ukraine/NATO haben sich als Bumerang erwiesen. Die vom Westen/der NATO unterstützten Angriffe auf russische Schiffe lösten Russlands harte Vergeltungsschläge aus. Sogar Russlands Partner (Kasachstan usw.) waren von den ukrainischen Angriffen betroffen, was US-Interessen (z. B. Chevrons Investitionen) untergrub. Johnson argumentiert, die Ukraine habe Russland einen Gefallen getan, indem sie Moskau einen Vorwand lieferte, den Schiffsverkehr zu unterbinden. 

4. Russland wird US-Diplomatie-Initiativen ablehnen. Russland betrachtet die USA als „vertragsunfähig“ – sie brechen jedes Abkommen. Die russische Öffentlichkeit ist entschieden gegen Verhandlungen: die Wähler wollen Vergeltung und die Zerschlagung der Ukraine. Einflussreiche russische Denker (z. B. Karaganow) spiegeln eine zunehmend verhärtete nationale Stimmung wider. 

5. Der ukrainische Angriff auf ein iranisches Schiff verbindet die Kriege. Laut Johnson griff die Ukraine ein iranisches Schiff im Kaspischen Meer an, um sich bei Washington einzuschmeicheln. Der Iran warnte, der Angriff könne nicht unbeantwortet bleiben. Der Iran könnte Vergeltungsmaßnahmen gegen Ziele in Odessa ergreifen und sich dabei wahrscheinlich mit Russland abstimmen. 

6. Den USA gehen die Waffen aus. Die USA verfügen über keine Patriot-PAC-3-Raketen mehr, die sie in die Ukraine schicken könnten. Europa besitzt keine Luftverteidigungssysteme, die russische ballistische Raketen abfangen können. Die Ukraine ist nun völlig ungeschützt. 

7. Die globale Energiekrise verschärft sich. Es herrscht ein akuter weltweiter Mangel an Diesel und Flugbenzin. US-Raffinerien benötigen schwefelhaltiges Rohöl, das nicht mehr aus dem Persischen Golf geliefert wird. Die strategischen Ölreserven sind gefährlich gesunken, wodurch die Gefahr eines Kaverneneinsturzes besteht. Europa sieht sich im Winter katastrophalen Energiepreisen und Versorgungsengpässen gegenüber. 

8. Die Huthis haben Saudi-Arabien schwer getroffen. Die Huthis im Jemen reagierten auf saudische Angriffe mit einem Angriff auf die Jizan-Aramco-Raffinerie, eine der modernsten der Welt. Die Raffinerie brennt noch immer und ihre Wiederherstellung kann Monate dauern. Die Huthis haben gezeigt, dass sie die saudische Wirtschaftsinfrastruktur zerstören können, während sie wichtige Ziele verschonen, was auf weiteres Eskalationspotenzial hindeutet. 

9. Die US-Diplomatie mit dem Iran scheitert. Mehrere Versuche über Pakistan, Katar und den Irak sind gescheitert; der Iran lehnt Gespräche ohne Vorbedingungen ab. Der Iran besteht darauf, dass die USA die in früheren Abkommen gemachten Zusagen einhalten, bevor die Verhandlungen wieder aufgenommen werden. Die USA benötigen aufgrund der Ölknappheit Diplomatie, doch der Iran gibt sich unnachgiebig. 

10. Russlands Verhandlungsposition hat sich verhärtet. Russlands anfängliche Bereitschaft (2022), sich aus dem Donbas zurückzuziehen, ist dahin. Russland fordert nun die Anerkennung der Krim, Saporischschja, Cherson, Donezk und Luhansk als russisches Territorium. Kürzlich signalisierte Russland, dass es neue Pufferzonen (Sumy, Charkiw, Dnipro) einrichten wird. Russland beabsichtigt, Neurussland wiederherzustellen und den Großteil des Landes östlich des Dnipro, einschließlich Odessa und Mykolajiw, zu annektieren. Die Westukraine wird als lästiges Problem betrachtet, das Russland vermeiden möchte. 

11. Europa befindet sich im wirtschaftlichen Abschwung. Europa steht aufgrund von Energieknappheit und industriellem Niedergang vor einer Rezession oder Depression. Johnson argumentiert, Europa könnte aus Notwendigkeit letztendlich ein Abkommen mit Russland anstreben. Russland muss möglicherweise seine Abschreckung wiederherstellen, indem es Europa die Konsequenzen feindseliger Aktionen vor Augen führt. 

12. Die Allianzen im Nahen Osten verschieben sich. Die Golfstaaten (Saudi-Arabien, VAE, Katar) könnten sich aufgrund der Unfähigkeit Washingtons, sie zu schützen, von den USA abwenden. Kuwait und Bahrain bleiben eng mit den USA verbunden. Die Huthis haben die Schwäche der USA bei der Verteidigung ihrer Golf-Verbündeten offengelegt. 

13. Die Verhandlungen laufen, sind aber fragil. China, Pakistan und Katar sind maßgeblich an der Vermittlung beteiligt. Die USA wollen aus dem Konflikt aussteigen, haben aber wenig Einfluss. Der Iran ist geduldig und besteht darauf, seine Ziele zu erreichen, bevor der Krieg beendet wird.
 
Mit einem Wort: Es bleibt spannend (wie LePenseur zu sagen pflegt...)

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