Nachbemerkung zur Wutrede von Prof. Haditsch

von Helmut
 
 
Der erste Kommentar zu meinem jüngsten Artikel Die Wutrede des Prof. Dr. Dr. Martin Haditsch lautete so:
 
Dann mögen bitte alle, die den Westen für so verkommen und grenzdebil halten wie dieser große professorale Rhetoriker, schleunigst diese verkommene Welt verlassen und nach Russland, China oder Korea zügeln. Ansonsten müsste eine Fachdiagnose gestellt werden, wg. Verdacht auf schwere masochistische Störung.  
 
Dieser Kommentar ist dermaßen verfehlt, um nicht zu sagen, kindisch, dass ich darauf erst gar nicht antworten wollte. Wenn ich es nun doch tue, dann hängt das damit zusammen, dass ich dadurch anderen Lesern, die mir solchen "Argumenten" konfrontiert werden, Hilfestellung zur Argumentation gebe.

1) Ich halte den Westen nicht für dumm und grenzdebil, sondern die Politiker für verantwortungslos und geldgierig, sowie die Bevölkerung für gutgläubig und oftmals politisch uninteressiert. Dadurch ist es möglich, den Leuten einzureden, dass man Russland besiegen könne, wenn man nur genügend Waffen und Geld in die Ukraine schickt. Dieser Gedankengang ist tatsächlich als grenzdebil zu bezeichnen.

2) Über das Verlassen der westlichen Länder gibt es eine äußerst unterschiedliche Sichtweise, die mit der jeweiligen familiären Problematik zusammenhängt. Kein Mensch wird sein Land verlassen, auch wenn es noch so angesagt wäre, wenn er z.B. jemanden aus der Familie zuhause hat, den er/sie pflegen muss.

Dazu muss man dazu den inneren Schweinehund überwinden, der sich hauptsächlich in der Bequemlichkeit finden lässt. Als ich familiär frei war, als beide meiner Elternteile verstorben waren sowie meine erste Frau, war ich sehr wohl in der Lage, die politische Situation in Deutschland zu beobachten, genauso wie den wirt-schaftlichen Niedergang. Der NATO-Gipfel Juli 1997 in Madrid gab dann definitiv Anlass zur Entscheidung, denn jeder, der einmal im Militärdienst war und klar denken konnte, war in der Lage, sich die Zukunft auszumalen, wenn sich plötzlich Russland von den ehemaligen Warschauer-Paktstaaten als neue NATO- Staaten umringt sieht.

Wir gingen nicht nach Nordkorea, sondern in das Land meiner neuen Partnerin, nach Rumänien, genauer nach Siebenbürgen. In ein Land, in dem sicher vieles nicht so ist, wie es sein sollte, aber das mir und meiner Familie mehr Sicherheit bietet. Auch nach den Jahrzehnten meines Umzugs habe ich das nicht bereut.

Natürlich habe ich auch die politische Entwicklung in Rumänien verfolgt, was mich letztlich veranlasst hat, sogar noch als Pensionist auf einem Dorf, weit weg von der Stadt, ein Haus zu bauen, wo nicht nur meine Familie, sondern alle meine Kinder, die in Österreich und Deutschland leben, mit ihren Familien Platz hätten, wenn es notwendig wäre. Wenn es mal kracht, dann sicher ncht dort, wo ich dann wohne.

Dazu habe ich meine politische Einstellung behalten, ich demonstriere gegen die NATO, genauso wie gegen die eklatanten Fehlentscheidungen in der europäischen Politik. Am Haus bei mir prangen an der Fassade die Aufrufe zum Austritt aus der NATO, und ich werde in der nächsten Zeit die erste Friedensinitiative in Rumänien ins Leben rufen, weil es sowas hier noch nicht gibt.

So, wie ich Ihren Kommentar einschätze, werden Sie sich freuen, wenn Sie in Deutschland leben sollten, dass Sie Ihre Kinder in den Krieg schicken können, und, wenn Sie in Österreich leben sollten, dass Sie weiterhin Millionen und Milliarden aus Ihrem Steuergeld in die Ukraine transferieren können. Ich könnte sogar darauf wetten, dass Sie sich niemals an einer Demo für oder gegen irgendwas beteiligen würden
dafür sind Sie nicht der Typ.

Und so ist jeder seines Glückes Schmied, wie das Sprichwort sagt
vergessen Sie das niemals!
  

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