Wer spaltet was oder wen?

von LePenseur
 
 
... fragt sich, etwas fassungslos, Dr. Klaus Woltron in seinem jüngsten Blogartikel über die salbungsvollen Appelle des österreichischen Bundespräsidenten aus Anlaß des Nationalfeiertags:

„Wir lassen uns nicht spalten!“

predigte Alexander van der Bellen am Nationalfeiertag. Es geschah nicht zum ersten Mal, und richtete sich unausgesprochen stets vorwurfsvoll an die rechte Seite des politischen Spektrums. Man gewöhnte sich an die präsidiale Spaltungserzählung: Schließlich ist ja alles gespalten im Lande, hört man ins Parlament, in die Nachrichten und, besonders grell, in die Sozialen Medien hinein. Das wirft beim nachdenklichen Bürger aber Fragen auf.

  • Zum Ersten: Wer ist „Wir“? Sind das alle Menschen, die in Österreich leben, oder die österreichischen Staatsbürger? Die Christen, Mohammedaner, Juden und Heiden? Sozialisten, Türkise, Blaue und Rechtsextreme? Linksextreme, Grüne und NEOS? Der Herr Bundespräsident definiert mit „Wir“ jedenfalls die Gesamtheit der in Österreich Aufhältigen und übergeht großzügig die bestehenden Trennlinien- s. weiter unten.
  • Zum Zweiten: Wer trägt die Verantwortung für die trennenden Unterschiede? Ein bösartiger Keil? Oder die Summe der Gespaltenen insgesamt? Vielleicht gar jene, die sich, angeführt vom einst grünen und zuwanderungsbegeisterten Präsidenten über die Klüfte in der Gesellschaft erregen? Bezeichnendes Zitat van der Bellens vom 24. März 2017:

„[…] wo wir alle Frauen bitten müssen, ein Kopftuch zu tragen. Alle, als Solidarität gegenüber jenen, die es aus religiösen Gründen tun“.

Nachstehend wird die versteckte Schuldzuweisung in der präsidialen Predigt auf einen sachlichen Prüfstand gestellt. Dabei wird sich herausstellen, dass es sich um eine billige, leicht durchschaubare einseitige politische Positionierung und nicht um die Einsicht eines „Weisen Staatenlenkers“ (Friedrich v. Wieser) handelt.
 Grandios auf den Punkt gebracht! Chapeau! Touché!

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